O Welt, Welt...

Himmlische und irdische Liebe im deutschen Lied des Mittelalters

Oswald von Wolkenstein, Neidhart, Wizlaw III. von Rügen u.a.

Unvereinbar erscheint in der Lyrik der deutschen Romantik die himmlische, die Seelenliebe mit der sinnlichen irdischen Liebe – unüberwindbar ist den Dichtern der Neuzeit dieser Konflikt.

Auf andere Weise behandeln mittelalterliche Dichtung und Musik die offensichtlichen Gegensätze göttlich – unerreichbar – real, wobei die Verbindung der ersten beiden Betrachtungsweisen für den Dichter-Komponisten eine Herausforderung seiner Kunstfertigkeit bedeutet: Die Tugenden der fernen, verehrten Dame werden im Vergleich mit der Jungfrau Maria idealisiert und gesteigert, die weltliche Liebe wird mit der religiösen auf einer neuen und gedanklich höheren Ebene zusammengeführt.

Ausdrucksstark und musikalisch überraschend gelingt es La Mouvance, die Lieder der Minnesänger lebendig zu interpretieren und zu zeigen, daß sich die Kraft verliebter Gefühle bis heute nicht geändert hat.

Ave meres sterne

Deutsche Weihnachtsmusik des Mittelalters

Der Mönch von Salzburg, Oswald von Wolkenstein u.a.

Wenn sich schon lange vor dem ersten Advent hinterlistig die weihnachtlichen Ohrwürmer von Kling, Glöckchen klingelingeling bis Stille Nacht aus den Lautsprechern der Kaufhäuser und Bahnhöfe in Erinnerung bringen, weiß jeder, dass uns dies eigentlich nur animieren will, die Kassen klingeln zu lassen. Um Weihnachtsstimmung zu suggerieren, gesellt sich gelegentlich noch ein „exotischer“ Hit dazu, Jingle Bells und Leuchtreklame begleiten den Kaufrausch.

Ganz anders widmet sich dieses Programm der Weihnachtsbotschaft in ihrem ursprünglichen Sinn: der Menschwerdung Jesu Christi und ihrer musikalischen Darstellung im deutschsprachigen Raum in der Zeit des späten Mittelalters. Das Mysterium der jungfräulichen Geburt ist Anlass, Maria – neben dem klassischen Sujet des Kindelwiegens – in zahlreichen Kompositionen zu preisen und in Dankbarkeit zu verehren.